wöchentliche Kolumne

Kopie vom Original welches auch auf dem Buch „Plausch am Zaun“ ist! ( 350,– Euro )

Eine Nutzung dieses Textes – welche Art auch immer – bedarf der schriftlichen Zustimmung unseres Verlages!!

Eigentlich sind wir ja als sogenannte Wegwerfgesellschaft verschrien. Doch das ist schneller gesagt als getan. Wenn ich mir da unseren Haushalt angucke, gibt es einige Ecken in denen ist dieser Begriff ein wahres Fremdwort und damit sind hier nicht einmal die übervollen Kleiderschränke gemeint. Der liebste Mann an meiner Seite beispielsweise könnte mit seiner Kabelsammlung diverser Geräte, einen Laden aufmachen und der würde uns durch manche Krise tragen. Aber wenn dann ein ganz bestimmtes Kabel benötigt wird, macht sich die Familie samt Hund und Katze auf die Suche, dieses Exemplar im ganzen Haus zu suchen. Bestimmt liegt es irgendwo, denn wie jeder weiss: Haus verliert nix! Und welch Wunder wenn dann das Ersatzkabel grad mit der Post ins Haus flattert, taucht garantiert aus irgendwelchen Tiefen, das einst intensiv gesuchte Exemplar auf.   

Da herrscht erst einmal allgemeine Ratlosigkeit, plötzlich die Geschichte doppelt zur Verfügung zu haben. Nun letztendlich findet sich irgendeine eine Lösung. Was mich anbelangt, so kann ich mich von keiner Latte und keinem Brett trennen, was noch einigermaßen verwendbar ist. Da im Moment viel Zeit zur Verfügung steht kam ich auf die glorreiche Idee, doch mal alle Latten, Balken und Bretter aus allen Ecken zusammenzusuchen und an einer Stelle abzulegen, um einen Überblick zu haben, was sich im laufe der Jahre angesammelt hat. Die Menge konnte sich sehen lassen! Besonders ein alter Rosenbogen, der mal irgendwann, irgendwo abgebaut wurde, fachte meine Phantasie an. So reifte in mir der Gedanke aus diesem Holz etwas zu bauen, was meinen Garten bereichern könnte. Der Anblick des Bogens ließ in mir den Plan reifen, einen überdachten Sitzplatz im Garten anzulegen. Den liebsten Mann an meiner Seite konnte ich spontan für meine Baumaßnahme begeistern, weil ich in Aussicht stellte, dass in dem Moment wo etliches vom Material verbraucht sei, der Rest entsorgt würde. Das klang sehr gut und bedeutete  blitzblanke Ecken im gesamten Garten!  

Also schlug jener voller Freude ein paar Balkenschuhe in die Erde und schwupp waren die ersten Hölzer gut angebracht, den Rosenbogen obendrauf, da fehlte nur noch ein stabiler Sitz, schon war das Plätzchen fertig. Ein lieber Nachbar, den unser lautes Gehämmer neugierig gemacht hatte, schaute vorbei und fragte was das werden sollte. Wir versuchten ihm den überdachten Sitzplatz zu erklären, da meinte jener, „bis jetzt ähnelt es eher einer Bushaltestelle!“ Da Busse eigentlich seltener in diesem Garten hielten,  versprachen wir an dem Objekt noch etwas zu feilen, um es rund und kuscheliger zu machen. Als Sitzfläche planten wir eine alte Tischplatte ein, eben wegen ihrer Stabilität, konnte ich mich von ihr nie trennen.  Das handwerkliche Glück wollte es, dass sie, nachdem wir in kraftvoller Schwerstarbeit ein Stück abgesägt hatten, rundum passend war. Sie wurde eingebaut, doch eben wegen ihrer Stabilität, wies sie eine gewisse Schwere auf, worauf sich die Winkel links und rechts am  Balken, spontan abwärts neigten.

Dass hieß der gesamte Unterbau musste verstärkt werden! Dazu wurden eine Menge Bretter und Balken benötigt, die sich leider nicht in meiner Sammlung fanden, also neu gekauft werden mussten. Rein rechnerisch wäre es also billiger gewesen, gleich eine passende und leichtere Sitzfläche zu kaufen, auch hätten wir uns eine Menge schweißtreibenden Einsatz erspart. Die Moral von der Geschichte, es ist wie mit den Schrauben, da hast du eine ganze Kiste und wenn du welche benötigst, ist ausgerechnet diese Größe nicht vorhanden. Der Rest der Bretter wurde folglich in klitzekleine Stücke geschnitten, sauber gestapelt und dient im nächsten Winder als Anzündholz.