wöchentliche Kolumne

Kopie vom Original welches auch auf dem Buch „Plausch am Zaun“ ist! ( 350,– Euro )

Eine Nutzung dieses Textes – welche Art auch immer – bedarf der schriftlichen Zustimmung unseres Verlages!!

Wer kennt das nicht, du liegst total eingemummelt, nur die Nasenspitze lugt hervor,  unter deiner Zudecke, doch die Füße sind eiskalt. Da hilft kein Aneinanderreiben und sich warme Gedanken machen. Denn weil man sich schön eingebettet fühlt, besteht wenig Lust diesen gemütlichen Zustand zu ändern. Also versucht man die Eisfüße zu ignorieren, in der Hoffnung sie würden sich schon irgendwann erwärmen. Doch kein Mensch kann ins Reich der Träume entschweben, mit zwei kalten Klötzen im unteren Bereich. Da hilft kein Wechsel von der rechten auf die linke Seite, auch die Bauch- und Rückenlage bringen kaum Besserung. Völlig genervt fühlt man sich zur Aufgabe gezwungen. Also weg mit der kuschelig warmen Bettdecke, rein in die Latschen und ab in die Küche. Wasser in den Wasserkocher,  anstellen und auf heißes Wasser warten. Doch wie wir  mit gewohntem Griff nach der Wärmflasche greifen wollen, ist der Haken leer. Dabei könnte man schwören, hat sie gestern noch original dort gehangen. Wie heißt es so schön „Ordnung ist das halbe Leben“.

In solch einem Augenblick bewahrheitet sich dieser Spruch. Denn irgendjemand und meist war man es selbst, hat das in diesem Augenblick begehrte Stück einfach da liegen lassen, wo es ihm aus der Hand gefallen ist. Tja und so geschieht es dann, dass ein kaltfüßiges Wesen schlaftrunken durch die Wohnung schleicht und an allen möglichen und unmöglichen Orten nach der „Flasche“ sucht. Aber Haus verliert nix, auch keine Wärmflasche und also fand sie sich im Wintergarten unter einem Sesselkissen.  Richtig, als Tief Sabine gefährlich um die Fenster pfiff, hatte ich mich dort verschanzt und es mir gemütlich gemacht.  Da die Suche eine Weile dauerte, befand sich mein aufgesetztes Wasser im kochend sprudelndem Bereich. Was mich allerdings nicht daran hinderte, genau dieses Wasser abzufüllen.

Endlich wieder im Bett angekommen, legte ich mir das warme Stück direkt in den Fußbereich, in der Gewissheit, dass ich nun endlich meinen wohlverdienten Schlaf finden würde. So oder ähnlich verlief wohl mein Denken. Doch in dem Moment, wo meine eh schon eisigen Extremitäten die leicht kochende Fläche berührten, war das Geschrei groß. Dies von Anfang nicht gleich zu überblicken, war wohl meiner Schläfrigkeit zuzuschreiben, die mich bisher  begleitet hatte. Aber in dem Moment war ich hellwach.  Voller Sorge kontrollierte ich meine beiden „Eiszapfen“, ob sie nun nicht auch noch Brandblasen davongetragen hatten. Gottlob konnte ich nichts dergleichen entdecken. Aber nun ging es darum, meinen Wärmespender auf eine körpergerechte Temperatur zu bringen.  Da gab es zwei Möglichkeiten, entweder ich marschierte in die Küche zurück und füllte kaltes Wasser nach oder ich setzte mich auf die Bettkante und wartete ab. Ich entschied mich für das kalte Wasser in der Küche.  

Doch mit meinem vielen Gewurschtel, was ich da veranstaltete, hatte ich wohl die nächtliche Ruhe vom liebsten Mann gestört. Plötzlich stand jener schlaftrunken in der Türe, „was ist denn hier los“, versuchte er den Rummel zu erforschen. Das war schnell erklärt. Doch weil es derart munter in der Küche zuging, meinte Olli unser Hund es wäre schon morgen und der neue Tag beginnt. Er stellte sich Schwanz wedelnd vor uns und forderte zum Morgenspaziergang auf.  Auch der Kater fand, es wäre doch recht nett, wenn man ihm ein kleines Nachtmahl zukommen ließe und miaute vor seinem Napf. Da wir nun schon mal alle komplett versammelt waren, kochte ich Tee, dazu ein paar Kekse und wir hielten eine nächtliche Plauderstunde ab.  Und welch Wunder auf einmal hatte ich völlig warme Füße, da ging es aber flott ins Bett zurück.