wöchentliche Kolumne

Kopie vom Original welches auch auf dem Buch „Plausch am Zaun“ ist!
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„Taritaraa…, der Lenz ist da, die Vögel singen Tralala….“. Ich wage es kaum auszusprechen, aber die stürmisch regnerischen Tage wünschte ich mir beinahe schon wieder zurück. Wie war das doch gemütlich. Da habe ich in meinem Sessel gesessen, Tee getrunken, gelesen, geschrieben und dabei die Beine hochgelegt. Das ist seit Tagen anders. Seit die Schwarzdrossel im Efeu über unserem Hauseingang im 5-Minutentakt Nestmaterial herbei schafft und emsig werkelt, ist der liebste Mann an meiner Seite im Frühlingsschaffen nicht zu bremsen. Zumal diese Vogelmutter uns so richtig zeigt, was man, wenn man will, leisten kann. Sie hat scheinbar großes Vertrauen zu uns, denn sie hat die Geschichte auf Augenhöhe angelegt, so dass wir alle Bausphasen bewundern konnten. Als sie beim kuscheligen Innenausbau, mit ganz viel trockenem Gras angekommen war, verspürte ich große Lust dort einzuziehen. Um der Gemütlichkeit im Nest ein I-Tüpfelchen zu verpassen, hat sie gar den Rand mit trockenem Moos verziert. Beim Anblick eines solch kunstvollen Gebildes, sind wir in wahre Verzückung ausgebrochen. Als wir schließlich drei Eier darin entdeckten, war uns fast, als hätte man das erste Enkelchen angekündigt. Wobei ich nicht daran denken möchte, wenn eines Tages  diese kleine Schar flügge wird, welche Aufgabe, bezüglich der Katzenbesuche im Garten, auf uns zukommt. Denn da schleicht neben unseren eigenen ein ganzes Team ums Haus herum. Aber das ist im Augenblick Nebensache. Denn „Else“ so habe ich die Vogelmutter getauft, hockt selenruhig auf ihren Eiern und schaut uns mit großen Kulleraugen an, wenn wir uns erlauben den Eingang zu benutzen. Dabei haben wir den Durchgangsverkehr diesbezüglich stark eingeschränkt und benutzen meist nur noch die Seitentür. Mit dieser Vogelverantwortung könnte ich ja in Ruhe leben, wenn da nicht bei uns, wie bei Else, der Bautrieb ausgebrochen wäre. Angetrieben vom liebsten Mann, der mit unseren paar Hochbeeten autarkes Leben anstrebt, sausen auch wir wie die Vögelchen im 5-Minuten-Takt von Baumarkt zum Gärtner und wieder in den Garten hin und her. Schließlich erschüttern jeden Tag neue Schreckensnachrichten unser Essverhalten. So wie beispielsweise grad überall zu lesen war, dass es sich beim Zuchtlachs um das gefährlichste und giftigste Lebensmittel der Welt handelt! Nicht nur dass 14 Lachsfarmen in Norwegen 2,3 Millionen Liter eines Pestizids namens „Paramove 50“ gegen Seeläuse ins Wasser kippen dürfen. Ergab doch eine neue Untersuchung von Lachsfarmen an den Norwegischen Fjorden, dass unter diesen Farmen eine 15 Meter hohe Schicht aus Bakterien, Medikamenten und Pestiziden wabert.  Guten Appetit! Für alle die sich vom „ungesunden“ Schnitzel entfernt hatten, um den „gesunden“ Omega 3 Fettsäuren zu huldigen, ein wahrer Schock!  Gut, gut dann wenden wir uns eben der vegetarischen Kost zu. Doch Stopp! Hier kursieren grad die allerbösesten Nachrichten. Denn nach neuestem Stand der Dinge sind unsere Böden weitaus mehr mit Plastik verseucht, als unsere Weltmeere. Denn weil viele  Verbraucher grünen Müll samt Plastiktüte entsorgen, gerät Plastik klein geschnipselt auf den Acker, um sich dann in Nanopartikeln im Gemüse auszubreiten. Deshalb der „Hipe“ auf den Hochbeetgarten! Doch wenn ich mir da die Ernte vom letzten Jahr vor Augen halte, passen wir bald alle in Konfektionsgröße 36. Kartoffeln vielleicht drei Kilo, vier Portionen Bohnen, zweimal Grünkohl und Blumenkohl und ein paar Zuckererbsen. Aber es gibt ja noch eine ganze Menge was von ganz alleine am Wegesrand essbar wächst, wie Brennnessel, Giersch und Löwenzahn. Nur sollte man das dann nicht unbedingt neben der Autobahn ernten. 

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