wöchentliche Kolumne

Bild von Brigitte Koischwitz

Eine Nutzung dieses Textes – welche Art auch immer – bedarf der schriftlichen Zustimmung unseres Verlages!

Dass es auf dieser Welt seit eh du jeh vier Jahreszeiten gibt, ist allgemein bekannt.

Frühling, Sommer, Herbst und Winter, genau so heißen diese Brüder und jeder hat seinen ganz eigenen Charme. Den Frühling verbinden wir mit aufatmender Blütenpracht, Sommer mit prickelndem Badespaß, Herbst mit besinnlichem spazieren durch bunte Wälder. Kurzum alle führen zu wahrer Lebensfreude. Allein der Winter wird mit sehr gemischten Gefühlen absolviert. Schon allein in dem Moment, wenn er leise rieselt, der Schnee und sich Flocke sanft auf Flocke legt und ganze Landschaften mit Zuckerguss überzieht, teilen sich die Geister. Denn während die einen flugs nach Ski und Rodel greifen, umklammert mancher Autofahrer voller Angst das Steuerrad, weil er auf vier Reifen durch die Landschaft schliddert. Solange alle vor und neben dir die Richtung halten, kann man noch, wenn auch im Schritttempo, sein Ziel erreichen. Glücklich, wenn das gelingt und du zu Hause ankommst, die Tür aufschließt, den Schnee von den Schuhen klopfst und leicht fröstelnd Mantel und Mütze an den Haken hängst. Welch heimeliges Gefühl, wenn du dich, die eiskalten Hände reibend, vor den warmen Ofen stellen kannst. Im Idealfall empfängt man dich mit heißem Tee, duftenden Plätzchen und fragt dich neugierig nach deinem eben erlebten Abendteuer aus. Das ist schnell erzählt, denn Gott lob hatte sich kein Laster quer gestellt und für einen Kilometer langen Stau gesorgt. Fast täglich sind solche Szenarien im Fernsehen in den Nachrichten zu verfolgen. In solchem Fall kannst du nur dankbar sein, wenn du ausreichend Benzin im Tank hast, damit du nicht erfrierst.

Deshalb wäre es gut, wenn man jetzt im ´Winter, immer eine dicke Decke im Auto lagert. Besser wäre es noch, für den absoluten Ernstfall, ein oder zwei Schlafsäcke immer dabei zu haben. Um ganz gut gewappnet zu sein, wäre ein kleiner Wasservorrat und eine Tüte Zwieback gar nicht schlecht. Wer meint, ich würde hier übertreiben, „denn immerhin leben wir ja nicht im Krieg“, der irrt. Denn in Anbetracht dessen, wie unsere Brücken zitternd vor sich hin bröckeln und unsere Straßen sich mit all den Löchern besser zum Golfen eignen, da sollte man gewappnet sein. Ganz zu schweigen von den winterlichen Querelen mit Schneesturm, Schneematsch und Blitzeis, die ganz schnell dazu führen können, dass du auf der Rettungsgasse transportiert werden musst. Deshalb, weil diese kalte Jahreszeit, sich so ungemütlich zeigen kann: mit Frost, Nebel und überall Glättegefahr, erfreuen sich Frühling, Sommer und der Herbst ganz anderer Beliebtheit! Um von dieser Tristesse etwas abzulenken, habe ich beim letzten Einkauf schon mal ein paar Primeln und Osterglocken für mein Küchenfenster mitgebracht.