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Die normalen Abendnachrichten sind allemal nur mit guten Nerven zu ertragen.
Nicht genug, dass in vielen Ländern kaum noch ein Stein auf dem anderen liegt und tausende Menschen zwischen Trümmern versuchen unter fürchterlichen Gegebenheiten zu überleben, feilschen einige Regierungen doch tatsächlich um die Atomaufrüstung. Voller Unverständnis im Anblick von so viel Leid, sitzt unsereins vor dem Fernseher und setzt alle Hoffnung darauf, dass die Mächtigen der Welt sich irgendwann darauf besinnen, dass das nicht so weitergehen kann. Und vielleicht mürbe von all den Hiobsbotschaften und dem Kummer darüber, dass die Welt zerrissen ist, habe ich mich schließlich entschlossen, doch mal die Eröffnungsfeierlichkeiten der Winterolympiade in Italien einzuschalten. Im Nachhinein, ein guter Entschluss, denn es bot sich ein farbenfrohes und elegantes Spektakel zauberhafter Choreographien mit etwa 135 Tänzern in einer sagenhaften Präzision. Das Ganze untermalt von raffinierten Lichteffekten, die ganz Mailand erstrahlen ließen. Kurzum eine wunderbare Inszenierung der Olympischen Ringe, die die Verbundenheit der fünf Kontinente symbolisieren. Milliarden Menschen auf der ganzen Welt und davon allein 5 Millionen in ganz Deutschland, haben diese friedliche Veranstaltung verfolgt.
Ein ganz besonderes Highlight bot natürlich der Einmarsch der 2900 Athleten aus 9o Nationen. Welch ein Anblick, all die jungen Menschen, die ihr gesamtes Leben für den Sport einsetzen, was ein Höchstmaß an Disziplin, Verzicht und Durchhaltevermögen voraussetzt, wie sie da fröhlich winkend, ein friedliches Miteinander dokumentierten. Hier konnte man sie spüren, die Magie der Olympischen Spiele, die jedem Teilnehmer in erster Linie Einheit, Respekt und Harmonie abverlangt. Bei all diesen Gedanken lief mir eine Gänsehaut den Rücken runter, denn hier zeigt sich der Friede ist das Wesen des Menschen gegen Konflikte. Doch bei aller Gefühlsduselei, bot der Einmarsch der Giganten auch einen sehr modischen Effekt, denn so konnte man verfolgen, was an dicken Steppjacken, und Pudelmützen mit großen Bommeln grad in Mode ist. Farblich waren dem keine Grenzen gesetzt und manches Muster ließ den Betrachter sogar schmunzeln. Aber dann kam die Überraschung des Tages und das sollte unsere deutsche Mannschaft sein. Hier hatte man auf klassische Winterkleidung verzichtet. Da war nix mit dicker Jacke und Mütze. Ich muss gestehen, ich brauchte einige Augenblicke, um zu erkennen in welch abenteuerliche Zelte man unsere Leute gewickelt hatte. Eine Art Poncho sollte es wohl darstellen, allerdings derart weit, dass man das Ding auch als Tagesdecke, Matratze, oder Schlafsack nutzen könnte. Auch „oberum“ hatte sich der Designer vertan, vielleicht wähnte er Italien im Regenwald. Denn tatsächlich trug man zu diesem Poncho einen bunten Schlapphut, etwa solch Ding, was ich bei Hitze im Garten aufsetzen würde. Aber eines musste man unserer Mannschaft lassen was die Garderobe anbelangte, waren sie in diesem fröhlichen Haufen einzigartig. Vielleicht zeigen sie uns das nun in den Wettkämpfen auch.